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PRO & CONTRA
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Ecstasy, Drogen und die Rolle der Wissenschaft
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Warum? Weil Wissenschaftler sämtliche anderen möglichen Ursachen für ein Phänomen und seine vermutete (Drogen-)Ursache ausschließen müssen, bevor ein Zusammenhang als „wissenschaftlich unstreitig“ gilt. Und das ist in der Praxis meist unmöglich, selbst wenn alles für eine einzige bestimmte Ursache spricht. „Genau genommen kann in der Wissenschaft nichts jemals wirklich bewiesen werden“, konstatiert der Züricher Ecstasy-Forscher Alex Gamma das Dilemma seiner Zunft. Man könne nur die wahrscheinlicheren Ursachen aufzeigen. Selbst das begrenzt Mögliche dauert in der Drogenforschung niemals nur Jahre, sondern Jahrzehnte. Die Tatsache, dass MDMA-Konsumenten Löcher im Gehirn haben, stand schon vor vielen Jahren fest. Unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten heißt das allerdings gar nichts. Vielleicht waren diese Löcher schon vorher da. Vielleicht wurden sie durch den gleichzeitigen Konsum von Cannabis verursacht. Vielleicht sind sie auch die Folge von Corn Flakes zum Frühstück. Erst im neuen Jahrtausend gingen die Verursacher-Alternativen zu MDMA aus. Mittlerweile wird die Neurotoxizität des MDMA generell bejaht. Wenn Sie sich jemals gefragt haben, warum es zu jeder beliebigen Droge auch die dazu gehörigen Wissenschaftler und Konsumenten gibt, die auf dem Standpunkt stehen, dass bislang „nichts bewiesen“ sei, dann wissen Sie jetzt, warum das so ist. Aus dem gleichen Grund haben beispielsweise auch Tabakkonzerne wenig Mühe Forscher und wissenschaftliche Gutachter zu finden, die zwischen Kettenrauchen und Lungenkrebs „keinen belegten Zusammenhang“ sehen, selbst dann nicht, wenn sich die Zigaretten-Toten bis zur Decke stapeln. Ecstasy-Befürworter bemühen gern das Beispiel, wonach weniger brütende Störche und ein paralleler Rückgang der Geburten kein Beweis für einen ursächlichen Zusammenhang beider Größen sei. Und deshalb müsse auch die offensichtliche Wechselbeziehung zwischen Ecstasykonsum und Gedächtnisschwund nichts bedeuten. Bei MDMA geht es aber ersichtlich nicht um ein fiktives Verhältnis zwischen Störchen und Neugeburten, das von vornherein keinen Realitätsbezug aufweist, sondern um immer mehr Fuchsspuren um den Hühnerstall und immer weniger Hühner. Wer hier als Betroffener eine „Langzeitstudie“ braucht, um zu handeln, stellt sich selbst ein Armutszeugnis aus. Auch vor 5000 Jahren haben Menschen nicht auf den Beweis der Schwerkraft gewartet, nur um zu wissen, dass ein Sprung von der Klippe keine gute Idee ist. |
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Sein gesundheitliches Schicksal also in die Hände von Forschern zu legen, die gar nicht die Möglichkeit einer schnellen und allzeit richtigen Antwort haben, ist ganz sicher nicht klug. Zudem lassen Drogen ihren Konsumenten regelmäßig nicht die Zeit, um vom Ergebnis solcher Studien wirklich zu profitieren. Wer fünf Jahre lang Ecstasy schluckt, dem nützt das Ergebnis einer Langzeitstudie, dass er das besser nicht hätte tun sollen, herzlich wenig. Fehlende Langzeitstudien gar als Beleg für die Ungefährlichkeit von Ecstasy anzuführen ist ungefähr so folgerichtig, wie wenn man aus dem Fehlen des Wetterberichts auf Sonnenschein schließen würde. Die Gleichung „nicht belegt = ungefährlich“ funktioniert ganz einfach nicht. Auch in der präventiven Drogenarbeit ist es wenig sinnvoll, nur „wissenschaftlich gesicherte“ Forschungsergebnisse zum Maß aller Dinge zu machen außer, man will jahrelang zuschauen und diskutieren, statt zu handeln. Allemal vernünftiger ist es, begründete wissenschaftliche Warnungen (auch „unbewiesene“) ernst zu nehmen und zusammen mit seinen eigenen Beobachtungen zum Handlungsmaßstab zu machen. Beobachtungsgabe, die Fähigkeit Schlussfolgerungen zu ziehen, die Abwägung von Erfahrungswerten, Vernunft das sind nur einige der Werkzeuge, die der Einzelne einsetzen kann, ohne auf wissenschaftliche Bestätigungen warten zu müssen, die vielleicht nie kommen werden. |
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„Ist es wirklich Ecstasy?“
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Warnungen vor „gefährlichen Beimischungen“ in Ecstasy-Pillen, so legitim diese Warnungen auch scheinen mögen, sind in der Praxis nicht selten von einer absurden Logik geprägt. In aller Regel blenden sie die Tatsache, dass MDMA ja bereits der gefährliche Stoff ist, völlig aus. „Ist es wirklich Ecstasy?“ steht auf einem bekannten Warn-Poster. Im Klartext: „Bist du dir wirklich sicher, dass es reines Gift ist und nicht irgendwie gestreckt? Dann kannst du es unbesorgt nehmen.“ Ziemlich genau so ist es gemeint. Dazu passt der Hinweis in einer „Aufklärungsschrift“, dass möglicherweise „nach wie vor Pillen im Umlauf sind, die gefährliche Substanzen enthalten!“ Was, muss man unwillkürlich fragen, enthält dann eine reine MDMA-Pille? Ein anderer Autor meint, dass „schlechte Qualität gesundheitliche Risiken“ berge. Und was birgt „gute Qualität“? Dass bei Warnungen dieser Art mehr Menschen im Ecstasy-Sumpf landen als ihm entkommen, braucht niemanden zu wundern. Schließlich ist genau das beabsichtigt. |
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Ecstasy und das Betäubungsmittelgesetz (BtMG)
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