Im Nebel der Meinungen und Vermutungen um die Schädlichkeit von Partydrogen bleiben fundamentale Tatsachen gewöhnlich auf der Strecke. Für ein Verständnis der grundlegenden Wirkungs-weise von Ecstasy-Stoffen ist es wichtig, sich über zumindest einige dieser Tatsachen im Klaren zu sein:
Alle Drogen und psychoaktiven Substanzen sind grundsätzlich nur eines: Gifte. MDMA und seine Verwandten sind Gifte. Wofür man sie auch sonst hält oder anderen gegenüber ausgibt, an dieser unabänderlichen Tatsache führt kein Weg vorbei.
Gifte sind Stoffe, die dosisabhängig in Lebewesen eine schädliche Wirkung auslösen. Man kann zwar fast jeden Stoff, selbst Äpfel oder Bananen, in einer Menge konsumieren, die letztlich giftig ist. Darum geht es aber ersichtlich nicht. Gifte sind Substanzen, die schon in sehr geringen Mengen schädliche Wirkungen auslösen. Oft sind es nur Bruchteile eines Gramms. Wenn ein Kleinkind täglich 100 Gramm Banane isst, wird nichts Nachteiliges passieren. Wenn es versehentlich 500 Milligramm MDMA schluckt, also ein halbes Gramm, wird es wahrscheinlich sterben. Bananen sind essbar, Ecstasy-Pillen sind giftig. Auch für Erwachsene.
Die giftig-schädliche Wirkung des MDMA ist nicht deshalb weniger schädlich, weil die Schädigung von einem „tollen Gefühl“ begleitet wird. Ob man sich mit oder ohne Grinsen im Gesicht körperlich und geistig ruiniert, spielt letztlich keine Rolle.

Die Schadenseinwirkung bestimmter psychoaktiver Substanzen kann bei gesunden Erwachsenen, geringer Dosis und mäßigem Gebrauch auch sehr schwach sein und vom Organismus relativ leicht kompensiert werden. Nur: In diese Kategorie fallen vielleicht der Frühstückskaffee, geringe Mengen Alkohol und der bestimmungsgemäße Gebrauch vieler (nicht aller) Medikamente.
Partydrogen wie Ecstasy fallen aus einem einfachen Grund keinesfalls darunter: Das, was sich subjektiv als Rausch darstellt, ist medizinisch-objektiv nichts anderes als eine plötzliche
Vergiftung. Rauschgifte, das sagt schon der Name, werden zum Zweck der Berauschung genommen. Und zwar ausschließlich. Sie führen deshalb bereits bei üblicher Dosis
unausweichlich zu einer Vergiftung. Ohne diese Vergiftung gibt es umgekehrt auch keinen Rausch. Diese Zusammenhänge mögen unschön sein und sind auch wenig bekannt. Wahr sind sie trotzdem.
Die zahlreichen akuten „Nebenwirkungen“ nach der Einnahme von Ecstasy und ähnlichen Drogen mischen sich mit Reaktionen des Körpers auf diese Vergiftung. Alle betroffenen Organe stehen auf Alarmstufe Rot und arbeiten auf Hochtouren, um die Vergiftung aufzuarbeiten und wieder einen Normalzustand zu erreichen was nicht immer gelingt. Und auf Dauer schon gar nicht.
Vergiftungen, noch dazu regelmäßige, verursachen natürlich Schäden. Es ist müßig, darüber auch noch zu streiten. „Psychoaktive Substanzen wirken, weil sie schädigen“, schreibt dann auch der Schweizer Autor Marc Rufer in seinem Buch Glückspillen. Viel kürzer kann man es nicht auf den Punkt bringen.
Fazit:
Lassen Sie sich in der Schädlichkeitsfrage kein „X“ für ein U vormachen! Die Normaldosis, der „normale“ Rausch, ist das Gift, nicht erst die Überdosis. Wer die „unschädliche“ Ecstasy-Pille propagiert oder „unschädliche Konsummuster“, wie selbst ernannte Experten das manchmal nennen, der weiß von vornherein nicht, wovon er spricht.