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AKUT UND UNANGENEHM
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Die unmittelbaren Nebenwirkungen eines Ecstasy-Trips
„Die von uns gewonnenen Informationen legen nahe, dass psychische Probleme in Folge regelmäßigen MDMA-Konsums auch bei längerer Abstinenz bestehen bleiben.“

Dr. Michael J. Morgan,
Ecstasy-Forscher, University of Sussex, nach Veröffentlichung einer Studie zur Frage der Umkehrbarkeit psychischer MDMA-Schäden durch Konsumbeendigung und Abstinenz, 2001

Nebenwirkungen, Risiken, Folgen  
 Die spürbaren unerwünschten Nebenwirkungen (eigentlich: Hauptwirkungen) nach Einnahme einer MDMA-Pille sind je nach Dosis und Inhaltsstoffen so zahlreich und verschieden, dass eine abschließende Auflistung hier weder möglich noch sinnvoll ist. Zudem sind diese Wirkungen auch abhängig von einer Vielzahl individueller Faktoren (Gewicht, Geschlecht, Gesundheitszustand, psychischer Zustand etc.). Zu den häufigsten* als unangenehm erlebten Wirkungen, vor allem in den ersten 60 Minuten eines Ecstasy-Trips, zählen:

 Pupillenerweiterung, Beschleunigung des Herzschlags/Herzjagen, unwillkürliches Zähneknirschen/„Zähnemahlen“, Mundtrockenheit, Herzklopfen, Schweißausbrüche, Missempfindungen (z.B. Hautkribbeln, taubes Gefühl), Rückenschmerzen, Hitze- oder Kältewallungen, Schwindel oder Übelkeit mit Brechreiz, Angstgefühle, zuckende Augenbewegungen, Muskelversteifung, Blutdruckanstieg, Druckgefühl in der Brust, Kreislaufprobleme, Harndrang, Konzentrationsstörungen, Koordinationsstörungen, Gangunsicherheit, Erbrechen, Desorientierung usw.

 Der ausklingende Ecstasy-Rausch wird teilweise von neuen Wirkungen begleitet. Beispielsweise: anhaltende Kieferklemme, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Konzentrationsstörungen, Blutdruckabfall, innere Unruhe, Muskelschmerzen, Erschöpfungs-zustände, Antriebslosigkeit, Gedächtnisstörungen, Depressionen, Schlaflosigkeit und so weiter. Das Spektrum dessen, was sein oder passieren kann, ist sehr breit und individuell bedingt. Generell muss man in den ersten 24 Stunden nach Ecstasy mit einem schweren „Psycho-Kater“ rechnen.

Trotz der genannten unangenehmen Wirkungen und Nach-wirkungen sprechen etwa 80% der Ecstasykonsumenten insgesamt von einem „positiven Rauscherlebnis“. Das überrascht nicht, da die meisten Menschen die akute Wirkung einer Rauschdroge grundsätzlich mehr „positiv“ als „negativ“ empfinden. Wäre dem nicht so, gäbe es kein Drogen- und kein Alkoholproblem.


AKUT UND SCHÄDLICH
Warum die Nebenwirkungen eines Ecstasy-Trips weit mehr als nur unangenehm sind
„Neuere Forschungs-ergebnisse deuten darauf hin, dass Ecstasy-Konsum Gehirnschäden verursacht, die nicht mehr umkehrbar sind.“

Internationaler Drogenkontrollrat der Vereinten Nationen (INCB), Jahresbericht 2002

Nebenwirkungen, Risiken, Folgen  
Im Nebel der Meinungen und Vermutungen um die Schädlichkeit von Partydrogen bleiben fundamentale Tatsachen gewöhnlich auf der Strecke. Für ein Verständnis der grundlegenden Wirkungs-weise von Ecstasy-Stoffen ist es wichtig, sich über zumindest einige dieser Tatsachen im Klaren zu sein:

 Alle Drogen und psychoaktiven Substanzen sind grundsätzlich nur eines: Gifte. MDMA und seine Verwandten sind Gifte. Wofür man sie auch sonst hält oder anderen gegenüber ausgibt, an dieser unabänderlichen Tatsache führt kein Weg vorbei.

 Gifte sind Stoffe, die – dosisabhängig – in Lebewesen eine schädliche Wirkung auslösen. Man kann zwar fast jeden Stoff, selbst Äpfel oder Bananen, in einer Menge konsumieren, die letztlich giftig ist. Darum geht es aber ersichtlich nicht. Gifte sind Substanzen, die schon in sehr geringen  Mengen schädliche Wirkungen auslösen. Oft sind es nur Bruchteile eines Gramms. Wenn ein Kleinkind täglich 100 Gramm Banane isst, wird nichts Nachteiliges passieren. Wenn es versehentlich 500 Milligramm MDMA schluckt, also ein halbes Gramm, wird es wahrscheinlich sterben. Bananen sind essbar, Ecstasy-Pillen sind giftig. Auch für Erwachsene.

 Die giftig-schädliche Wirkung des MDMA ist nicht deshalb weniger schädlich, weil die Schädigung von einem „tollen Gefühl“ begleitet wird. Ob man sich mit oder ohne Grinsen im Gesicht körperlich und geistig ruiniert, spielt letztlich keine Rolle.

 Die Schadenseinwirkung bestimmter psychoaktiver Substanzen kann – bei gesunden Erwachsenen, geringer Dosis und mäßigem Gebrauch – auch sehr schwach sein und vom Organismus relativ leicht kompensiert werden. Nur: In diese Kategorie fallen vielleicht der Frühstückskaffee, geringe Mengen Alkohol und der bestimmungsgemäße Gebrauch vieler (nicht aller) Medikamente. Partydrogen wie Ecstasy fallen aus einem einfachen Grund keinesfalls darunter: Das, was sich subjektiv als Rausch darstellt, ist medizinisch-objektiv nichts anderes als eine plötzliche Vergiftung. Rauschgifte, das sagt schon der Name, werden zum Zweck der Berauschung genommen. Und zwar ausschließlich. Sie führen deshalb bereits bei üblicher Dosis unausweichlich zu einer Vergiftung. Ohne diese Vergiftung gibt es umgekehrt auch keinen Rausch. Diese Zusammenhänge mögen unschön sein und sind auch wenig bekannt. Wahr sind sie trotzdem.

 Die zahlreichen akuten „Nebenwirkungen“ nach der Einnahme von Ecstasy und ähnlichen Drogen mischen sich mit Reaktionen des Körpers auf diese Vergiftung. Alle betroffenen Organe stehen auf Alarmstufe Rot und arbeiten auf Hochtouren, um die Vergiftung aufzuarbeiten und wieder einen Normalzustand zu erreichen – was nicht immer gelingt. Und auf Dauer schon gar nicht.

 Vergiftungen, noch dazu regelmäßige, verursachen natürlich Schäden. Es ist müßig, darüber auch noch zu streiten. „Psychoaktive Substanzen wirken, weil sie schädigen“, schreibt dann auch der Schweizer Autor Marc Rufer in seinem Buch Glückspillen. Viel kürzer kann man es nicht auf den Punkt bringen.

Fazit:
Lassen Sie sich in der Schädlichkeitsfrage kein „X“ für ein U vormachen! Die Normaldosis, der „normale“ Rausch, ist das Gift, nicht erst die Überdosis. Wer die „unschädliche“ Ecstasy-Pille propagiert oder „unschädliche Konsummuster“, wie selbst ernannte Experten das manchmal nennen, der weiß von vornherein nicht, wovon er spricht.


AKUT UND GEFÄHRLICH
 
Wie bei jedem Gift können praktisch alle der als unangenehm erlebten akuten Wirkungen des MDMA auch in weit gefährlicheren Formen auftreten. Aus Herzklopfen werden dann Herzrhythmusstörungen, aus Ängstlichkeit massive Panik, aus Kreislaufschwierigkeiten ein körperlicher Zusammenbruch, aus Desorientierung ein Zwangsaufenthalt in der nächst gelegenen Psychiatrie. Es gibt zumindest drei wichtige Gründe, warum MDMA den Konsumenten jederzeit in extreme und gefährliche Situationen verwickeln kann – ganz unabhängig von Langzeitfolgen und tödlichen Zwischenfällen:

 Die Toleranzentwicklung gegenüber MDMA ist hoch. Das heißt: Je häufiger es genommen wird, um so schneller reduziert sich die erhoffte Wirkung. Der Konsument ist natürlich versucht, dieses Phänomen mit einer höheren Dosis auszugleichen. Mit höherer Dosis steigen aber auch die unerwünschten Nebeneffekte und die schädlichen Wirkungen. Eine Dosissteigerung geht umgekehrt sehr bald mit einer weiteren Abnahme der gewünschten Wirkungen des MDMA einher, ein Umstand, den viele Konsumenten wiederum mit dem Konsum anderer Drogen zu kompensieren versuchen. Es entsteht ein Teufelskreis mit unkontrollierbaren Folgen.

 MDMA schaltet die Warnsignale des Körpers und des Verstands ab. Diese Wirkung verbirgt sich gegenüber dem Konsumenten. Man nimmt Schmerzen, Erschöpfung, Durst, Hunger und Schlafbedürfnis nicht mehr oder nur eingeschränkt wahr. Man nimmt Gefahren und Bedrohungen nicht mehr wahr. Die Fähigkeit, vernünftige Entscheidungen zu treffen, ist erheblich herabgesetzt. Ecstasy bewirkt kein erweitertes Bewusstsein, auch wenn der Begriff „psychedelische Droge“ das suggerieren soll, sondern tatsächlich ein erheblich vermindertes Bewusstsein. Sobald die körperlichen Alarmanlagen abgestellt sind, kann der Raubbau am gesamten Organismus beginnen. Nur so wird „Durchtanzen“ überhaupt möglich. Amphetamine und Ecstasy verleihen also nicht etwa Energie, wie manche meinen, sondern nehmen sie weg. Und zwar auf eine Weise, die von der Natur aus gutem Grund nicht vorgesehen ist und erhebliche Probleme verursachen kann.

 Dosis und Wirkung des MDMA verlaufen nicht in einem geradlinigen Verhältnis. Mit anderen Worten: Doppelte Dosis ist nicht gleich doppelte Wirkung, wie bei vielen anderen Drogen. Eine spanische Ecstasy-Forschungsgruppe (de la Torre, 2000) zeigte beispielsweise auf, dass die Verdreifachung einer wirksamen 50mg- Dosis MDMA zu einer Verzehnfachung (!) der Wirkstoffwerte im Blut führte. Sie kann genauso gut aber auch eine niedrigere oder höhere Konzentration erreichen.

Selbst ohne den Aspekt der Dosissteigerung ist Ecstasy dafür bekannt, dass mit zunehmender Dauer und Häufigkeit des Konsums die unerwünschten Wirkungen immer deutlicher in den Vordergrund treten. Über 40% Prozent derjenigen, die den Konsum von Ecstasy einstellen, taten das einer repräsentativen Umfrage zufolge (auch) deshalb, weil die Nebenwirkungen für sie unerträglich wurden.

„Die Zahl der Vorfälle, insbesondere an und nach Wochenenden, in denen Jugendliche aufgrund individueller medizinischer Komplikationen in psychiatrische und intensivmedizi-
nische Einrichtungen eingeliefert werden müssen, steigt stetig.“

Maack et al, „Ecstasy -
Die kriminalpolizeiliche Erkenntnislage“, 2001


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