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RAVE NEW WORLD?
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Ecstasy und die Partyscene
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In einer beliebigen Beispielgruppe in der Raver- und Technoszene nehmen etwa 60% der Teilnehmer illegale Rauschdrogen. Immerhin: Erstaunliche 40% tun das nicht. Paul van Dyk beispielsweise, führender Wegbereiter des Techno und der elektronischen Musik, führte in einem Interview aus: „Ich toleriere Drogen nicht, und ich bin der festen Überzeugung, dass es Leute gibt, die nur der Musik wegen in der Szene sind. Ich bin einer von ihnen.“ Folgt man der Berliner Tossmann-Studie aus dem Jahre 1999 muss man allerdings davon ausgehen, dass etwa 35% der ursprünglich abstinenten Partygänger spätestens nach rund zwei Jahren in der Szene ebenfalls mindestens eine illegale Droge konsumieren. Das wundert nicht, weil der Drogen-Nichtkonsument in der Technoszene neben Gruppendruck und Neugierde auch mit zahlreichen „Aufklärungsmaterialien“ zu kämpfen hat, die den Konsum von Ecstasy und anderen Drogen zumindest zwischen den Zeilen für vertretbar halten. Ehrenamtlich in der Technoszene tätige Gruppierungen, die sich für ein drogenfreies Feiern einsetzen (wie „mindzone“ in Bayern) sind weit in der Unterzahl. Über die genaue Ursache-Wirkung-Beziehung zwischen Technoszene und Drogenkonsum, und ob es sie überhaupt gibt, kann man sich wie immer 30 Jahre lang streiten. Aber über die offensichtliche Wechselbeziehung ganz sicher nicht. Zur Verdeutlichung: Während im Zeitraum eines Monats „nur“ etwa 13% der unregelmäßigen Besucher von Techno-Veranstaltungen Ecstasy konsumieren, liegt dieser Prozentsatz bei häufigen Partygängern (1-2x die Woche) bei fast 40 % (!), mit steigender Tendenz auch beim regelmäßigen Konsum anderer Drogen (Cannabis über 60%, Kokain und Speed je über 30%). Umfragen aus verschiedenen europäischen Metropolen zeigen, dass der Konsum von „Partydrogen“ in der Technoszene durchschnittlich etwa 18 mal (!) höher liegt als in der jeweiligen Gesamtbevölkerung, stellenweise sogar noch höher: In der Züricher Technoszene beispielsweise liegt laut dem Münchner Institut für Therapieforschung der Konsum von Ecstasy 23,5 x über dem für die Allgemeinbevölkerung gültigen Wert, bei Amphetaminen sogar 32,3 x darüber zwei europäische Spitzenpositionen. |
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Statistisches |
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ATS-Opfer sind in erster Linie natürlich Amphetamin- und Metamphetamin-Opfer und nicht MDMA-Geschädigte, einfach deswegen, weil Amphetamine bereits seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts ihre Netze über den Globus spannen. Auch die Konsum-Tendenz geht eher von Ecstasy zu reinen Amphetaminen als umgekehrt. Dass die Verhältnisse sich aber auch sehr schnell drehen können, zeigt das in punkto Amphetamin-Missbrauch führende Land Europas, das mittlerweile auch die Spitzenposition beim Ecstasykonsum einnimmt, nämlich Irland (gefolgt vom Vereinigten Königreich, also Großbritannien und Nordirland). Auf je zwei Personen, die 1999 in Irland wegen Amphetamin-Missbrauchs behandelt wurden, kamen sieben weitere, die konkret Ecstasy bzw. MDMA als ihre Problemdroge Nr. 1 angaben. Quellen: Jahresberichte 2000 bis 2002 des United Nations Office for Drug Control and Crime Prevention (UNODCCP) und der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) |
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