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TANZ MIT DEM TOD, Teil I
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Warum MDMA anders tötet als andere Drogen
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Die individuellen Wirkungen des MDMA sind daher ungefähr so kalkulierbar wie ein Kampfhund auf einem Kindergeburtstag, nämlich überhaupt nicht. Der Ecstasy-Tod ist ein Überraschungstod, der weder von Konsumdauer noch von Menge abhängig ist und damit ein einmaliges Phänomen darstellt. Der Hamburger Ecstasy-Forscher Rainer Thomasius: „Bereits die erstmalige Einnahme einer einzigen Ecstasy-Tablette kann fatale, in sehr seltenen Fällen tödliche Folgen für den Konsumenten haben.“ MDMA verrichtet die Schmutzarbeit gewöhnlich nicht allein ein Umstand, der die Droge aber ebenso wenig entlastet wie den Anführer einer Bande von Totschlägern. Sobald MDMA auf bestimmte Umstände trifft, kann es im Bund mit diesen eine kritische oder tödliche Wirkung entfalten. Niemand weiß genau, was diese Faktoren in ihrer Gänze sind. Zu den wichtigsten bekannten Faktoren gehören:
Vermeidbar, theoretisch, sind nur die Überhitzungsfaktoren. Fortgesetzter MDMA-Konsum ist allen Untersuchungen zufolge geradezu untrennbar mit einem extrem hohen Drogen-Mischkonsum verknüpft. Und die Annahme, dass Ecstasy-Liebhaber ernsthaft am Zustand oder Schicksal ihrer Organe interessiert sein könnten, wird schon durch die Tatsache des Konsums widerlegt. Es überrascht daher nicht, dass die Zahl der Todesfälle, die mit Ecstasy in Verbindung stehen, auf dem höchsten Stand jemals ist. |
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TANZ MIT DEM TOD - Teil 2
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Wie hoch ist das Risiko zu sterben?
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Wie die „1 zu 100.000“-Milchmädchenrechnung in der Wirklichkeit aussieht, kann man am Beispiel Deutschland gut nachvollziehen: Bundesweiten Repräsentativumfragen zufolge hatten 2001 0,5% bis maximal 0,7% in der Altersgruppe der 12- bis 59-jährigen in den letzten 12 Monaten Ecstasy konsumiert. Bei einem Bevölkerungsanteil von 53 Millionen kann man von ca. 370.000 Konsumenten ausgehen, „Probierer“ inklusive. Laut Bundeskriminalamt entfallen auf diesen Personenkreis offiziell 43 Todesfälle in unmittelbarem Zusammenhang mit Ecstasykonsum (2001). Drei Viertel davon sind direkt durch Ecstasy und Mischkonsum bedingt, ein Viertel starb am Steuer oder durch Selbstmord. Diese Toten werden nicht dadurch weniger, dass man die schwarze MDMA-Weste weißwäscht (Originalargumente: „Er hatte Herzprobleme“, „Er hätte nur Wasser trinken müssen“, „Er hatte noch andere Drogen genommen“, „Es wäre vermeidbar gewesen“, „Man stirbt auch beim Tennisspielen“). Die amtlichen Zahlen entsprechen einem tatsächlichen Todesrisiko von 1 zu 8600, sind aber noch weit entfernt von der Wahrheit. Bei Weitem nicht alle Todesfälle im Zusammenhang mit Partydrogen werden nämlich als solche identifiziert, und wenn, werden Drogenopfer nur zu 70% obduziert und noch weniger auf toxische (=giftige) Substanzen hin untersucht*. Wenn man unter diesen Vorzeichen die genannte Zahl der Todesfälle als doppelt so hoch ansetzt, bleibt man sicherlich noch unter der Norm der Dunkelziffer. Die Realität der Ecstasy-Szene wartet aber noch mit einer weiteren Tatsache auf, die in den vorgeblichen Risiko-Analysen grundsätzlich unterschlagen wird: Auf jeden „Ecstasy-Toten“ kommt ein Todgeweihter, den nur der Notarzt oder der Operationssaal rettet. Einige Beispiele aus Großbritannien: Bei 18 Hyperthermie-Fällen (Überhitzung bis zum tödlichen Kollaps) konnten sieben Betroffene gerettet werden; in vier MDMA-bedingten Lebertransplantationen konnte nur einem Betroffenen das Leben gerettet werden, bei vier Fällen von Hirnblutungen dagegen waren die Ärzte dreimal erfolgreich; bei schweren Herzproblemen konnten fünf von zwölf Menschen gerettet werden. Wenn man nur die genannten Faktoren zusammenrechnet es gibt durchaus weitere dann sieht es unter dem Schlussstrich wie folgt aus: Mindestens einer von 2800 Konsumenten wird pro Jahr einmal mit dem Tod tanzen, selbst wenn er, dank Ärzten oder Freunden, letztlich überlebt. Und das schließt die weniger schweren Notfälle nicht mit ein. *Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogenkonsum, Jahresbericht vom 18.12.2002 |
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